Elding – unser Blitz, unsere Elli
…das erste Fohlen, welches ich mir – noch unvernünftigerweise mitten im Studium – in den Kopf gesetzt hatte. Mit ihr hat auch Manuel´s Weg als Pferdebesitzer begonnen, er hatte die Ehre Elli für uns zu kaufen (natürlich von den letzten zusammengekratzen Kröten, die man so rumliegen hat). Bis heute trägt er diesen Umstand mit Fassung.
Kapitel Elding … seit 2004 begleitet sie uns, … 22 Jahre … Und gestern mussten wir sie gehen lassen. ![]()
Plötzlich, unerwartet, mitten im aktuellen Saisontrubel mit Feriengästen muss man sich selbst sortieren, einmal radikal erden, um eine Entscheidung treffen zu können. Klinik steht schnell fest (Gott sei Dank gibt es immer diese Option), schon nach den ersten Untersuchungen steht aber fest, es sieht nicht gut aus… Für uns ist dennoch klar: Hier hat sie mehr Chance als zu Hause – konservativ wird alles getan… mein Bauchgefühl vom Morgen bestätigt sich leider am Abend – sie schafft es nicht. Ich gebe das Okay für ihre letzte Reise…
Elli wird uns in besonderer Erinnerung bleiben, ihre Stimme (ein durchdringendes trompetendes Wiehern) hätte ich unter Millionen immer wieder erkannt. Elding war prägend für uns/ mich in unserer Hof-Start-Zeit in reiterlicher und Horsemanship-Sicht, in der Zucht, einfach ein enorm wichtiger Baustein in meiner persönlichen Geschichte… Von Anfang an war der Kontakt zum Mensch aus ihrer Sicht zwar interessant, passte aber eigentlich nicht in ihr Weltbild – überempfindlich, kitzlig, Ohren eine No-Go-Zone, fliegende Hufe in jeder kleinen Schrecksituation, Explosion in alle Himmelrichtungen beim Impfen – ihren Spitznamen „Vulkan“ trug sie nicht umsonst…
Voni als ihr erstes Fohlen, musste große Überzeugungsarbeit leisten, damit er dann doch endlich trinken durfte. Ich habe nie wieder eine Mutterstute mit einer so leidenden Mimik gesehen, während das geliebte Fohlen am kitzligen Bauch auf Milchsuche war…
Elding hinterließ Eindruck bei allen, die mit ihr zu tun hatten, war ein wundervoller Tölter, ein Spaßpferd mit Lauffreude bis zum Horizont und zurück.
Ein Mädchenherz eroberte sie bereits früh, das Kuscheltier (eine Ente) trug ihren Namen… umso schöner, dass diese beiden später auch intensive Jahre als Reitduo – mit ganz vielen Ausritten, Reitstunden, Abzeichenkursen, Messeauftritten und ersten Turnierritten – erleben durften.
Man schreibt diese Zeilen, hängt so vielen Gedanken nach… es kommen immer wieder Bilder von so wundervollen Momenten, die uns mit diesen wunderschönen Tieren geschenkt werden. Genießt jeden Moment, Erfolge und Ziele sind sicherlich wunderbar… aber am Ende denke ich an den Moment, wo ich über Ellis Stirn und Nase gestreichelt habe, nochmal mein Gesicht an ihren Hals kuscheln und einfach nur neben ihr stehen durfte und sie sich mir zugewendet hat… das zählt.




